Moniker

10. September 2014 - Leave a Response

auch: monicker, englisch für ‚Spitzname‘

Eigentlich hätte ich die 5 Jahre jetzt auch noch vollmachen können, aber gut…

Dieses Wort hat mich schon immer auf eine etwas schillernde Weise fasziniert. Ich assoziiere es aus unerfindlichen Gründen mit den USA in ihrer klischeehaftesten Ausprägung, und es trägt für mich den gleichermaßen anziehenden wie abstoßenden Geschmack von Highway-Diners und republikanisch graumeliert-gefönten Blendax-Visagen, aus deren grotesk verzerrten Howdyado-Mündern das vulgärste AmE quäkt.

Gestern bin ich in einem Wikipedia-Artikel mal wieder darüber gestolpert.

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’s-Hertogenbosch

30. Dezember 2009 - Leave a Response

niederländische Stadt

Eine Niederländerin aus dem Kreise der flüchtig Bekannten verehrte uns neulich ein Glas selbstgemachter Kirschmarmelade. Da diese sich beim Frühstück als relativ flüssig herausstellte, ließ ich mich in einer heiteren Sekunde dazu hinreißen, die Marmelade als „Brabanter Kirschsuppe“ zu bezeichnen. Was ich nicht wusste: die Konfitürenköchin stammt aus ’s-Hertogenbosch. Was ich ebenfalls nicht wusste: ’s-Hertogenbosch (gesprochen etwa:  [s-hertochenbos]) ist die Hauptstadt der Provinz Nordbrabant.

Truck Branss

10. September 2009 - Leave a Response

deutscher Musikfernsehregisseur der 60er und 70er Jahre (1926-2005)

Führte nicht nur bei der ZDF-Hitparade Regie, sondern drehte auch Specials mit jungen Sängerinnen wie Katja Ebstein oder Alexandra, in denen diese singend durch trübe Herbstlandschaften zogen oder auch turnten. Zu den hoch genialischen Einfällen von Branss, dessen Name ja mal so richtig nach Big Ol‘ Showbusiness, Besetzungscouch und Hotelbar-Abstürzen mit Schlagerproduzenten klingt, gehörte beispielsweise, Alexandra beim Absingen eines hochdramatischen Chansons wie nicht gescheit mit einem langen Ast auf eine Pfütze eindreschen zu lassen (leider nicht in der Tube zu finden, aber in der Doku „Alexandra – die Legende einer Sängerin“ zu sehen, die immer mal wieder ausgestrahlt wird).

Podagra

4. September 2009 - Leave a Response

anderer Name für die Fußgicht

Fragen Sie mich nicht.

Tritt mi ‚leicht a Pfertl, oder tritt mi ‚leicht a Fuaß?*

14. August 2009 - Leave a Response

Auszug aus dem Song „Schädel an der Wand“, der bayerischen Version von „Shadow On The Wall“

Die zum wiederholten Male backcomende Schlagersängerin Nicki berichtete unlängst in einem Interview, sie habe bei ihren ersten Auftritten zu Beginn ihrer Karriere, in Ermangelung eigener Songs, eine selbstgetextete Version des Mike-Oldfield-/Roger-Chapman-Hits „Shadow On The Wall“ gesungen. Übersetzt hat sie nicht inhaltlich, sondern nach phonetischer Ähnlichkeit, und dabei heraus kam eben: „Schädel an der Wand“.
Nachzuhören ist das Anekdötchen  hier (ziemlich genau ab 21:20).

*) Ungeklärt ist, ob es sich bei leicht einfach nur um das Wort leicht handelt oder um ein ins Versmaß hineinkastriertes vielleicht. Letztere Möglichkeit gefällt mir besser, deswegen der Apostroph.

Onstmettingen

23. Juni 2009 - Eine Antwort

Ort auf der Schwäbischen Alb, heute Ortsteil von Albstadt

Ich habe dienstlich zur Zeit ein bisschen was mit der Schwäbischen Alb zu schaffen, und so stolperte ich über diesen Ortsnamen, der seine ganze Grässlichkeit erst dann entfaltet, wenn man ihn sich in breitestem Württembergisch vorstellt.
Und was den nächsten Wortohrwurm angeht: Nusplingen wirft schon seine Schatten voraus…

Evel Knievel

13. Juni 2009 - Leave a Response

US-amerikanischer Motorradstuntman (1938-2007)

Dieser Wortohrwum ist ein Beispiel für das bekannte Phänomen, dass man wiederholt über Dinge stolpert, denen man erst kurze Zeit davor überhaupt zum allerersten Mal in seinem Leben begegnet ist. Den Namen Evel Knievel habe ich vorige Woche im Gespräch mit Miturlaubern zum ersten Mal gehört, und prompt lese ich ihn ein paar Tage später im englischen Wikipedia-Artikel zum Jump-the-shark-Effekt (ein Lesetipp, by the way).

Als Wortohrwurm konkurrieren in meinem Kopf zwei Aussprachen: die laut Wiki korrekte (/ˈiːvəl kɨˈniːvəl/) und die deutsch eingefärbte Leseaussprache „Iiwl Kniiwl“.

biederb

16. April 2009 - Leave a Response

veraltete Form von bieder

Begegnete mir mehrfach in Thomas Manns „Buddenbrooks“. Ich war stets zu faul, um nachzuschlagen und ging einfach davon aus, dass es zumindest eine ähnliche Bedeutung haben dürfte wie bieder.  Nachdem ich heute morgen im Halbschlaf über biederb, seine Herkunft und Bedeutung delirierte (irgendwie erschien mir in diesem Zustand eine Herkunft aus dem Französischen plausibel), dachte ich mir, es wäre vielleicht doch mal an der Zeit, nachzuschlagen… Und siehe, ich lag mit meiner Spekulation während meiner Mann-Lektüre goldrichtig.

Wer’s genau wissen will: biderbe war der mittelhochdeutsche Vorläufer von bieder, die letzte Silbe ging wegen der Betonung auf der ersten Silbe verloren; biederb blieb aber bin ins 20. Jh. mit archaisierendem Charakter erhalten.

(Dank an Pfeifers Etymologisches Wörterbuch)

Hoboken

1. April 2009 - Leave a Response

Verzeichnis der Werke Joseph Hadyns

benannt nach Anthony von Hoboken – zu meiner Überraschung ein Niederländer; ich hatte mir einen Engländer darunter vorgestellt.

Der Wortohrwurm kam aus dem Nichts, aber verfolgt mich gleichwohl seit Tagen.

usselich

28. März 2009 - 2 Antworten

rheinländisches (?) oder ruhrpöttisches (??) Wort für ‚unangenehm kalt‘ (???)

Begegnete mir gleich zweimal in der 1. Folge der 4. „Switch Reloaded“-Staffel. Ein ekliges Wort! Außerdem klarer Sieger über Albhy Galuten im heutigen Wortohrwurm-Fight.